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Artikel aus dem „Deutschen Ärzteblatt“ - JG 104 / Heft 36 / 07. September 2007

Thromboseprophylaxe – Risikopatienten werden zu selten identifiziert

Nur jeder zweite Klinikpatient, der nach den Leitlinien venöse Thomboembolie (VTE)-Prophylaxe erhalten sollte, bekommt diese tatsächlich verordnet. Gründe für diese Diskrepanz sind die Nichtkenntnis von Risikopersonen, aber auch Bewusstseinsmangel gegenüber Thromboserisiko-Indikatoren.

Zu diesem Ereignis gelangte die ENDORSE*-Studie, die bei dem Kongress der Internationalen Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) in Genf vorgestellt worden ist. Sie umfasst die Daten und deren Analyse von mehr als 60.000 Patienten aus 358 zufällig ausgewählten Spitälern aus 32 Ländern. Damit Sei ENDORSE die erste Studie, die einen globalen Blick auf das Thromboembolie-Risiko ermögliche, betonte der Studienleiter Dr. Fred Anderson, Direktor der University of Massachusetts Medical School.

Deutliche Unterschiede bezüglich der Prophylaxe ergab die Studie auch in Hinblick auf die verschiedenen Fachbereiche: Während 59 Prozent der chirurgischen Risikopatienten eine VTE erhielten, waren es unter den internistischen Risikopatienten nur 40 Prozent. Zwar gebe es von Land zu Land geringfügige Unterschiede im Umgang mit der Thromboseprophylaxe, die Handhabung sei aber „weltweit suboptimal“, erläuterte Dr. Victor Tapson als Kostudienleiter.

„Die Studie hat deutlich gezeigt, dass auf dem Gebiet der Thromboseprophylaxe ein signifikanter Verbesserungsbedarf besteht. Die Implementierung von Strategien zur Identifikation von Risikopatienten auf allen Stationen eines Spitals ist dringend erforderlich“, schließt Cohen.

Nora Lessing

*ENDORSE = Epidemiologic International Day for Evaluation of Patients at Risk for Venous Thomboembolism in the Acute Hospital Setting

Klinik am Ruhrpark, 12.09.2007


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